Influencer Marketing: 5 Dinge, auf die es ankommt

Gerade junge Käufer orientieren sich vermehrt an Influencern aus ihrer Generation. Für Marken ist der Kontakt zu Bloggern eine große Chance, aber auch mit Risiken verbunden. Wir arbeiten intensiv mit Influencern zusammen und wissen um die Stolpersteine, die hier lauern.

5 Tipps aus der täglichen Praxis:

08/15 funktioniert nicht – beziehe den Influencer von Anfang an mit ein

Influencer sind ein hochsensibles Volk und mittlerweile genauso zu behandeln wie klassische Testimonials aus der Fußball- oder Schauspielschmiede. Mit einem großen Unterschied: Während früher der Star für entsprechendes Geld die einstudierte Werbebotschaft im 30-Sekunden-Format mehr oder minder überzeugend eingesprochen hat, lassen sich Influencer nur ungern derart plakativ vor den Werbekarren spannen. Es ist vielmehr ein gemeinsames Konzipieren von nativer und subtiler Werbung. Von daher funktioniert keine Blogger-Suchmaschine, sondern es zählt allein die persönliche Ansprache. Schau dir den Blog samt sozialer Kanäle genau an, gehe in den persönlichen Kontakt, triff dich mit deinem möglichen Influencer und überlegt gemeinsam was ihr in Zukunft bewegen wollt. Natürlich kostet das Zeit, aber anders funktioniert es nun mal nicht.

Der Mix macht’s

Im Blogger-Universum gibt es gewaltige Unterschiede was die Reichweiten von Followern angeht. Die eine glänzt mit 100.000 Instagram-Sympathisanten, während der andere nur 1.000 Facebook-Fans sein eigen nennt. Doch es kommt auf die Zielgruppe und Interaktion auf den jeweiligen Plattformen an. Schnell bekommt man ein Gefühl, wer seine Fans vielleicht zusammengekauft oder wer sie sich aufgrund von Qualität und Uniqueness selbst erworben hat. Danach sollte man sich einen guten Mix aus Reichweiten-Stars und jungen, aufstrebenden Bloggern aufbauen. Und nicht nur Blogger sind für die Marke interessant, auch aktive Facebook- und Instagram-Fans können als Botschafter enorm wichtig sein.

Die Story muss stimmen

Kein Influencer mit Einfluss wird platt das Produkt der Marke ins Bild halten und stramm dazu lächeln. Denn dann hätte er morgen keine Fans mehr. Vielmehr gilt es, mit dem Protagonisten gemeinsam Konzepte zu entwickeln, die der Marke, aber auch dem Blogger gerecht werden. Nur dann sticht die Empfehlung und auch nur dann werden die KPIs der Marke erreicht. Influencer Marketing hat den Vorteil, dass Content und Media ineinanderfließen, es hat aber auch den Haken, dass Konzepte nur funktionieren, wenn sie intelligent aufgesetzt sind.

Partnerschaft statt Business

Die Arbeit mit Influencern hat weniger mit Business, dafür vielmehr mit echter Freundschaft zu tun. Wer den Kontakt als rein berufliche Beziehung sieht, hat diesen Job nicht verstanden. Beim Influencer Marketing werden Freundschaften aufgebaut und Beziehungen gepflegt. Nur so werden beide Seiten mehr bekommen, als sie investieren. Und nur so wird die Zielgruppe spüren, dass hier nichts verkauft, sondern etwas empfohlen wird. Es ist also wichtig, dass die richtigen Leute auf Unternehmens- und Agenturseite auf die jeweiligen Influencer treffen. Man muss eine Sprache sprechen.

Erbsen zählen und vergleichen

Blogger-Events und Content Marketing wirken auf Einkaufsabteilungen in etwa so wie der Betriebsausflug nach Gran Canaria. Es gibt keine GRPs und in der Regel auch keine Direct Sales. Von daher ist ein entsprechendes Monitoring von Reichweiten, Interaktionen, Publikationen und Zugriffen unumgänglich, um den Erfolgsbeweis zu erbringen. Nur so lassen sich aber auch Kooperationen bewerten und in den Vergleich zu klassischen Kampagnen stellen. Der große Unterschied zu Banner-Kampagnen ist die Komplexität, quantitative und qualitative Auswertungen zusammenzutragen und die entsprechend richtigen Schlüsse zu ziehen.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf www.lead-digital.de.

Text: Andre Gebel, Vorstand

Facebook: Auf die Reichweite kommt es an

„Da wollen wir hin!“, sagt der Kunde und zeigt uns stolz die Facebook-Seite seiner internationalen Kollegen. Klar, 25.000 Fans für einen deutschen Mittelständler in einem großen Markt fernab der oberbayrischen Idylle sind eine ordentliche Hausnummer. „Das klappt nicht von heute auf morgen“, erwidern meine Kollegen und ich. Auf der nächsten Folie wird das Ganze dann wieder relativiert. Durchschnittliche Reichweite eines Posts der Seite: 250. Durchschnittliche Engaged Users pro Beitrag: knapp 2. Ob sich diese Werte einer Facebook-Seite dieser Größenordnung wirklich als Ziel eignen, sei jetzt mal dahingestellt. „In Bezug auf Reichweite und Engagement können wir schnell zum internationalen Kanal aufschließen“, erklären wir dem Kunden. Die deutschsprachige Seite hat zwar nur knapp 2.000 Fans, aber mit jedem Post im Schnitt ein gutes Zehntel davon organisch zu erreichen und die von den internationalen Kollegen vorgegebene Engagement Rate nahe Null zu knacken, dürfte auch mit den einfachsten Mitteln machbar sein.

Nach dem Termin bin ich verwundert: Warum wird noch immer so viel Wert auf reine Fan-Zahlen gelegt? Die Antwort kenne ich schon: Nach außen sind sie der erste potenzielle KPI, der einem Auffällt. Gleichzeitig sagt dieser Wert eigentlich nichts aus. Nichts über die Reichweite, nichts über Engagement, nichts über Conversions und somit praktisch nichts über die Qualität der Seite und die Arbeit des Social Media Teams dahinter. Das Problem: Die Meisten können mit dem Begriff Reichweite vielleicht noch etwas anfangen. Aus welchen Handlungen sich die Engagement Rate zusammensetzt und wie wichtig dieser Wert für die Performance eines Kanals ist, wissen die Wenigsten. Vergleicht der weniger digital-affine CEO des Traditionsunternehmens die Fanpage mit der der Konkurrenz, beginnt und endet dieser Vergleich leider viel zu oft bei dieser einen völlig irrelevanten Zahl ganz oben im Profil. 

Der Algorithmus: ein Segen für kleine Seiten

Als Facebook anno dazumal anfing, Posts per Algorithmus verstärkt oder eben gar nicht mehr auszuspielen, haben alle gejammert. Dabei wurde eines vergessen: Durch diesen tiefen Einschnitt in die Timeline, das Herzstück des sozialen Netzwerks, wurde Facebook zumindest im organischen Bereich demokratisiert. Nicht die Seite mit den meisten Fans hatte die höchste Reichweite, die größte Macht, sondern die, die den für ihre Fans relevantesten Content liefert – und ein paar einfache Tricks anwendet. Eine kleine Social Media Revolution auf Anordnung von ganz oben.

Der Schlüssel zu einer hohen organischen Reichweite ist das Engagement. Ein User, der regelmäßig mit Posts einer Seite interagiert, wird in Zukunft mit hoher Wahrscheinlichkeit mehr Beiträge dieser Seite zu sehen bekommen. Das wissen wir alle. Mir persönlich sind 1.000 Fans, die mit Likes und Kommentaren um sich werfen, lieber, als die hundertfache Menge an digitalen Zombies, die nur durch die Timeline scrollen, ohne auch nur irgendwo einen Daumen zu vergeben oder einen Kommentar dazulassen.

Begeistern, provozieren, auffallen

Was muss eine kleine Seite also tun, um Reichweite und Engagement der Big Player zu knacken? Sie muss begeistern, provozieren, auffallen. Sei es durch außergewöhnliche Posts oder witziges Community Management. Und wenn das nicht klappt, dann sollte sie wenigstens versuchen, den Leuten irgendeine Interaktion zu entlocken.

Es gibt diese Produkte, die Menschen lieben: Bier zum Beispiel. Da ist die Jagd auf Engaged Users kein Hexenwerk: Helles oder Dunkles zum Schweinsbraten? Und schon wird kommentiert, diskutiert, die eigene Meinung kundgetan, die der anderen niedergemacht – und das obwohl es draußen 38° heiß und die einzig erträgliche Mahlzeit ein Alkoholfreies mit Veggie-Döner ist.

Ein Hersteller von Haushaltsartikeln hat es nicht ganz so leicht. Wer freut sich schon den ganzen Tag darauf, nach Feierabend eine schöne Flasche WC-Reiniger zu öffnen? Da muss man kreativer werden. Doch auch hier lassen sich potenzielle Top-Supporter leicht aus ihrer Nische locken.

Vom Profilieren profitieren

Facebook User wollen sich profilieren und das kann man sich zu Nutze machen. Da reicht schon die einfache Frage nach einem guten Hausmittel gegen Kalkflecken. Und wenn es schon 300 Leute vorher getan haben: Auch der 301. wird in der Kommentarspalte ein Loblied auf die gute alte Essig Essenz anstimmen. Nicht weil er anderen Usern mit diesem Tipp helfen möchte, sondern einfach, um der Welt zu zeigen, dass er Bescheid weiß. Ob die beste Antwort mit einem Jahresvorrat WC-Reiniger, einem 15-Euro-Gutschein für das hippe Putz-Startup oder einfach nichts belohnt wird, spielt in den meisten Fällen überhaupt keine Rolle.

Es sind die einfachsten Kniffe, mit denen sich jeder Monatsreport aufpolieren lässt. Banale Posts, simple Mechaniken. Und sie sind oft so dermaßen unterschätzt, obwohl genau sie ein vielversprechendes Mittel sind, um mindestens genauso viele User zu erreichen, wie die Seite der Konkurrenz mit der doppelten Menge an Fans.

Ein Post, ein Ziel. Einfacher geht’s nicht.

Wichtig dabei sind Ziele. Und zwar für jeden einzelnen Post. Will ich mit meinem Beitrag User auf die Website des Kunden locken? Oder soll möglichst viel kommentiert werden? „Klicke den Link UND sage uns in den Kommentaren…“ funktioniert meistens nicht. Ein Post, ein Ziel, ein Call-To-Action. Nächster Post, nächstes Ziel, nächster CTA. Mit wenigen Ausnahmen sollte an dieser Denkweise festgehalten werden. Wer mehr als ein Ziel verfolgt, muss mehr Posts schreiben. Da erreicht man schon alleine durch die höhere Post-Frequenz mehr User.

Ein einfacher Test dieser Maßnahmen bei einigen der von uns betreuten Facebook-Kanälen war übrigens sehr erfolgreich. Eine verdoppelte Reichweite und doppeltes Engagement – organisch versteht sich – bei nahezu gleichbleibender Fanzahl binnen weniger Wochen sprechen für sich.

Jetzt muss nur noch jemand dem Kunden erklären, wie großartig das ist.

Text: Felix Krüger, Social Media Manager

Sprechen Sie Pokémon Go?

Besser als Sex. Pokémon Go verzeichnete letzte Woche mit Abstand mehr Suchanfragen als die Evergreen-Anfrage des Internets. Gleiches Bild in den Appstores: Hier kapitulieren Bestseller wie Tinder mit wehenden Fahnen vor den kleinen Monstern. Kurz gesagt: Pokémon Go ist in aller Munde – und jeder Hosentasche. Inzwischen ist es auch absolut unerheblich, ob Sie das Spiel für komplette Zeitverschwendung oder genialen Augmented Reality Hit halten: Wenn morgen Ihr Chef, Kollege oder Kind fragt, was Ihre besten WPs waren und Sie stotternd „Wordpress?“ stammeln, ist ihr Status als Offline-Opa besiegelt. Seien Sie kein Offline-Opa. Hier kommen die wichtigsten Begriffe und Funktionen von Pokémon Go.

Die wichtigsten Begriffe auf einen Blick

Arena

In der Arena spielt die Musik bzw. Ihr Pokémon: Hier kämpft Ihr es gegen Monster von anderen Spielern an. Normalerweise schließen Sie sich dafür im Vorfeld einem Team an. Und im besten Fall gewinnen die Pokémons ihrer Kampfgenossen und beweisen sich somit als Platzhirsch der Arena.

Beleber

Wenn ihr Pokémon einmal im Kampf besiegt wird: Der Beleber wiederbelebt Ihren gefallenen Helden. Allerdings stellt das seltene Item nicht alle Kraftpunkte (KP) wieder. Beleber erhalten Sie gegen Münzen im Shop oder mit ein bisschen Glück umsonst an Pokéstops.

Bonbons

Bonbons verbessern die Fähigkeiten Ihres Pokémons. Dabei fressen die Kleinen bei weitem nicht alles – jedes Pokémon entwickelt sich nur mit bestimmtem Süßzeug, das Sie beim Einfangen erhalten.

Goldmünzen 

Mit Goldmünzen kaufen Sie im Shop Gegenstände, z. B.  Pokébälle, Tränke, Eier oder Lockmodule.

Himmihbeere

Nichts für Rechtschreib-Nerds, aber sehr nützlich beim Fangen von wilden Pokémons. Das Item ist nicht im Goldmünzen im Shop erhältlich.

Lockmodul 

Wenn Sie nicht zum Pokémon kommen, kommt das Pokémon eben zu Ihnen: das geht am besten mit einem Lockmodul. Das Item lockt Monster an, ohne dass Sie sich bewegen müssen.

Pokémon-Eier

Neben dem Fangen, die zweite Methode, um an Pokémons zu kommen: die Ei-Aufzucht. Wenn Sie in das Glück kommen z. B. bei einem Pokéstop ein Ei zu erhalten, können Sie es im Brutkasten ausbrüten. Und mit ausbrüten meinen die Spieldesigner „auslaufen“, denn das Spiel berechnet den Brutstatus nach zurückgelegten Kilometern.

Pokéstops 

Elementar wichtig für das Spiel: Pokéstops sind reale Orte, an denen Sie Items einsammeln. Auf Ihrer Karte werden sie als blaue Markierungen angezeigt. Per Fingertipp und Wischen kann man hier mit ein bisschen Glück auch seltene Items finden.

Sternenstaub

Sternenstaub ist neben Bonbons eine Möglichkeit, um Pokémons zu trainieren. Der Vorteil des Glitzerpuders besteht aber darin, dass es universell auf verschiedene Taschenmonster anwendbar ist.

Trank 

Jeder Pokémon besitzt eine Anzahl von Kraftpunkten. Wenn diese einmal im Kampf überstrapaziert werden, können Sie mit Heiltränken für Auffrischung sorgen.

Wettbewerbspunkte

Wenn Sie ein Pokémon in freier Wildbahn antreffen, besitzt es schon Wettbewerbspunkte (WP). Sie zeigen Ihnen an, wie stark die Basisfähigkeiten des Mini-Monsters sind. Je höher der Wert, desto mehr Potenzial hat das Pokémon.

Text: Gideon Koman, Konzepter

Ist Content wirklich King?

Wer mich kennt, der weiß, ich liebe nichts mehr als gute Geschichten, welche sich meiner Meinung nach vor allem auf Promi-Klatsch-und-Tratsch-Seiten wiederfinden. Klar, für den ein oder anderen ist dieser Content kein Content, sondern nur Stories, die sich irgendein Reporter ausgedacht hat und meistens steckt nicht wirklich ein Wahrheitsgehalt dahinter. Egal ob Wahrheitsgehalt oder nicht – diese Stories haben einen entscheidenden Vorteil vor so manch anderem Content, welcher in letzter Zeit immer mehr durch das World Wide Web schwirrt – er wird gesehen und vor allem er wird gelesen.

Jetzt fragt sich natürlich der ein oder andere, warum ich überhaupt mit dem Thema Content anfange und warum ich es an Promi-Geschichten festmache. Dies hat den einfachen, aber bedeutsamen Grund, dass Content und die damit verbundene Vermarktung immer mehr an Bedeutung gewinnt. Das liegt zum einen daran, dass Display Werbung immer unwichtiger wird. In Deutschland nutzen ca. 25 % der Internet User AdBlocker und die Tendenz ist steigend, da die deutsche Justiz AdBlocking als legal erklärt hat. Und sollte eine Ad doch die Chance bekommen haben, an den User ausgespielt zu werden, dann ist es leider so, dass der User vor Schreck oder aus Versehen auf die Ad klickt und nicht weil er von dem Inhalt begeistert ist. Kaufentscheidungen werden in Zukunft hauptsächlich durch Word of Mouth oder Influencer Empfehlungen getroffen werden. Zum anderen geht der Verbraucher heutzutage vor allem aus dem Grund online, um sich mit neuen Themen zu befassen – nicht um Anzeigen zu klicken. Von daher ist es für Marken und Unternehmen wichtig, dass sie Content als primären Kommunikationskanal zum Kunden einsetzen. Durch nutzwertige aber nicht werbliche Informationen kann die Bekanntheit bei der gewünschten Zielgruppe gesteigert, das Image verbessert und neue Kunden gewonnen werden.

Quelle: 121watt.de
Quelle: 121watt.de

Aus diesem Grund übernimmt Content immer mehr die eigentliche Rolle des Werbemittels als Mittel zum Erstkontakt und zur emotionalen Ansprache. Dabei steht der Content im Mittelpunkt von PR, Social Media, SEO und E-Mail-Marketing:

  • PR lebt von guten Inhalten
  • E-Mail-Marketing funktioniert besser durch gute Inhalte
  • Social Media lebt durch emotionale Inhalte bei Facebook, Twitter & Co.
  • SEO ohne gute Inhalte funktioniert nicht mehr bzw. die Nutzer und damit auch Google liebt gute Inhalte

Im ersten Abschnitt haben wir nun herausgefunden, warum Content wirklich King ist und warum er mehr und mehr an Bedeutung gewinnt.

Die große Frage die noch geklärt werden muss ist, wie bringe ich den Content an den Mann bzw. die Frau: Denn auch noch so guter Content zahlt nicht auf die Marke ein, wenn er nicht gefunden und gelesen wird.

Promi-Klatsch-und-Tratsch-Seiten haben es einfach. Solche Geschichten werden leicht gefunden, da meist zielstrebig danach gesucht wird. Wer jedoch sucht zielgerichtet nach Content eines Unternehmens bzw. einer Marke, wenn er sich nur inspirieren möchte?

Um diese Frage zu beantworten habe ich mich auf die Suche gemacht und bin im Netz auf ein paar interessante Tools gestoßen, welche Unternehmen bzw. Marken anbieten, deren Content zielgerichtet auszuspielen und somit die Vermarktung des Contents übernehmen. Zum einen gibt es hier Buffer, welches ein beliebtes Tool ist, um eigenen Content, egal ob Webseite oder Blog, auf den eigenen Social Media Kanälen wie Facebook, Instagram oder Twitter zu spielen. Hiermit ist es möglich, die eigenen Inhalte zur richtigen Zeit an die Fans auszuspielen. Durch den Analysebereich ist zudem möglich, das Verhalten der User genauer zu betrachten, um zielgerichteter arbeiten zu können. Zum anderen sind auch die Tools Slideshare, StumbleUpon und MailChimp beliebt, um den eigenen Content zu promoten.

Eines der wohl bekanntesten Tools ist derzeit Outbrain. Da man im Internet mehr und mehr Content sieht, welcher von Outbrain promoted wird, möchte ich auf dieses Tool näher eingehen.

Zielorientiertes Content-Marketing mit Hilfe von Outbrain

Outbrain Amplify empfiehlt Inhalte an Zielgruppen, während diese sich mit Content auf Publisher Plattformen beschäftigen und somit in der Stimmung für die jeweiligen Inhalte sind. Dadurch wird ein in etwa doppelt so hohes Engagement erzielt wie bei Werbung in Suchmaschinen oder sozialen Netzwerken. Für die optimale Aussteuerung stellt Outbrain Funktionen wie z.B. Audience Optimization zur Verfügung, welche den Content, der die Zielgruppe besonders anspricht, innerhalb einer Kampagne erkennt und entsprechend Überschriften und Bilder optimiert, um noch bessere Ergebnisse zu erzielen.

Folgende Vorteile verspricht Outbrain seinen Nutzern, wenn der eigene Content von Ihnen platziert wird:

  • OUTCLASS– Mehr Klasse als der Wettbewerb durch Platzierung der Inhalte auf den renommiertesten Publisher-Plattformen wie z.B. CNN, New York Post, Huffington Post, Bild etc.
  • OUTPERFORM – Mehr Performance als alternative Kanäle durch punktgenaue Empfehlungen.
  • OUTREACH – Mehr Reichweite innerhalb der relevanten Zielgruppe
  • OUTSELL – Mehr Umsatz durch Kampagnensteuerung über KPIs, die den größtmöglichen Erfolg bringen
  • OUTLAST – Höhere Lebensdauer durch verlängerte Nutzungszeit des Contents

Da sich die Vorteile als auch Funktionen von Outbrain sehr spannend anhören und sie auf der Webseite eine Demo anbieten, habe ich die Integration des eigenen Contents auf dritten Webseiten am Beispiel von Coca Cola ausprobiert:

Quelle: http://www.outbrain.com/de/amplify
Quelle: http://www.outbrain.com/de/amplify

Leider hat die Demo mich nicht wirklich überzeugt, da ich hier keinen Einblick erhalten habe, wie „mein“ Content denn nun zielgerichtet ausgespielt wird. Von daher habe ich mich etwas auf den Publisher Seiten umgeschaut, ob ich das Outbrain Widget mit entsprechender Content-Platzierung wiederfinde.

Man wird es kaum glauben, aber ich habe das Widget doch wirklich auf meinen beliebten Klatsch-und-Tratsch-Seiten gefunden:

Quelle: http://www.outbrain.com/de/amplify-for-brands
Quelle: http://www.bunte.de/lifestyle/events/sport-events/fussball-em-2016/mario-gomez-deshalb-gibt-seine-schoene-verlobte-keine-interviews-336871.html

Hier werden mir natürlich weitere Artikel zu dem von mir aufgerufenen Thema angezeigt, auch das ein oder andere Thema, was mit Klatsch und Tratsch nichts am Hut hat – aber wahrscheinlich auf meine Sucheingaben der letzten Wochen passt oder irgendwie mit dem Artikel oben „verwandt“ ist.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Outbrain ein sinnvolles Werkzeug ist, seinen eigenen Content auf anderen Webseiten zu vermarkten, um eine große Sichtbarkeit im Netz zu generieren. Als Basis sollte aber immer ein guter und fundierter Content stehen, welcher dem User Mehrwert bietet.

Text: Vroni Schwab, Projektmanagerin

Snapchat und die Rückkehr der Blogger

Ein Wrap-up der re:publica TEN in fünf Leseminuten.

Das Klassentreffen der digitalen Netzgemeinde überraschte dieses Jahr mit einem ganz besonderen Flair. Es war fast so, als spüre man die Aufbruchsstimmung in ein neues, professionelles Blogger-Zeitalter. Viele Blogger sind mit Hilfe von Social Media über die Jahre zu echten Influencern herangereift, die Botschaften authentisch und direkt an große Zielgruppen herantragen können. Das hat sich mittlerweile auch bei Marken herumgesprochen. Und plötzlich herrscht Goldgräberstimmung im Ansturm auf die einflussreichsten Blogger, ach pardon, Influencer.

Buzz Marketing schlägt Display Advertising

Die steigende Begehrlichkeit der Influencer entzückt mittlerweile auch die Bloggerszene, die darin eine lukrative Finanzierungsmöglichkeit als Alternative zur Displaywerbung erkennt. Nicht zu Unrecht: Gerade in Deutschland ist die Motivation sehr hoch, störende Anzeigen mit AdBlockern auszublenden. Laut einer internationalen Studie von Teads liegt der Anteil mittlerweile bei 72 Prozent der Befragten.

Unter diesen Gesichtspunkten ist es kein Wunder, dass die diesjährige re:publica von Sessions über Influencer-Marketing geprägt war. Und dies nicht nur im Angebot, sondern auch in der Nachfrage, wie die Situation vor Ort bewies: http://bit.ly/keinreinkommen

Neues trifft Altbekanntes

Und dennoch hatte die größte deutsche Bloggerkonferenz im zehnten Jahr mit ihrem üblichen Spagat zwischen digitaler Avantgarde und Kapitalismus auch etwas Traditionelles vorzuweisen. Die einen warnen vor der nächsten „digitalen Sau“, die durchs Webdorf getrieben wird, die anderen sind schon heiser vom Anfeuern.

Snapchat macht Werber 25 Jahre jünger

Im Detail glänzten speziell Netz-Satiriker Sascha Lobo und Mathematiker Gunter Dueck mit der Aufzählung digitaler Cargo Kults. Ein Cargo Kult ist ein gesellschaftliches Phänomen, bei dem Rezipienten Ursache und Wirkung vertauschen, bzw. nicht verstehen. Bestes Beispiel ist für Lobo die App Snapchat: „Wow, die Benutzung von Snapchat macht mich 25 Jahre jünger“. Dabei ist Snapchat in der Tat eine junge, neue digitale Kulturform, die gerade dabei ist, das Storytelling für Jugendliche sowie Influencer neu zu definieren. Jedoch auf die Ü40-Werber, -Journalisten und -Produktmanager haben die User von Snapchat bestimmt nicht gewartet.

Lobo und Dueck sollten Recht behalten. Auf der dreitägigen Konferenz konnte kaum ein Panel ohne Erklärungsversuche und How-To-Tipps zum Phänomen Snapchat stattfinden. Höhepunkt war zweifelsohne der sichtlich überforderte Schüler Joshua Arntzen (14 Jahre), der den rund 500 Produktmanagern, Journalisten und Werbern seine Snapchat-Nutzung erklären und über Zielgruppen-Affinität von Markenbotschaften über diesen Kanal berichten sollte. Kein Witz, der Talk bestand zu 90 % aus Q&As des Publikums. Skuril. Mein persönlicher Lieblingstipp aus einer Session namens „Let’s snap it“ ist folgender: Postet eure Snapchats vormittags zur Pausenzeit. Da ist das Engagement der App am höchsten!

Vom schrägen Kult zum nützlichen Instrument

Lässt man die Fragen nach Herkunft und Sinnhaftigkeit hinter sich, fällt einem schnell auf, dass dieses neue Selfie-Netzwerk tatsächlich eine relevante Säule im Marketing-Mix von Marken mit junger Zielgruppe (13 bis 25 Jahre) werden könnte. Nachdem diese Zielgruppe sich mehr und mehr von Facebook abwendet und zu Instant Messaging Apps wie Whatsapp strömt, sucht die Branche händeringend nach neuen Kontaktpunkten. Da sich Whatsapp jedoch offiziell noch nicht für Unternehmen öffnet, hat Snapchat mit seinen „Stories“ die Zeichen der Zeit in puncto Content Marketing erkannt. Brands haben drei Möglichkeiten, mit ihrer Zielgruppe in Kontakt zu treten:

  1. Eröffne mit kuratierten Stories ein digitales Magazin für deine Marke
  2. Ermögliche Kunden oder Talents einen Blick hinter die Kulissen
  3. Suche Influencer, die Markenbotschaften unterhaltsam übersetzen

Vielen von uns war nach der Einführung von „Snapchat Stories“ nicht klar, welche Geschichten sich über dieses Format erzählen lassen würden. Und wer sie liest. Nach ersten Erfahrungen zeigt dieser Content Channel eine überraschende Parallele zu klassischen Offline-Magazinen. Kuratierte Inhalte treffen in einem endlichen Format auf ihre Abonnenten. Das unterstreichte zum Beispiel Medienberaterin Kati Krause in ihrem Talk bit.ly/digitale_magazine, die nach einem Burnout keine Push- und Stream-Neurotik mehr vertrug.

Authentisch über alle Kanäle

Schlussendlich stellt sich als Blogger noch die Frage, wie man authentisch über verschiedene Social Media Kanäle kommuniziert. Um diese Thematik drehte sich auch der Talk von Christoph Krachten (bit.ly/hauptsache_authentisch). Zum Beispiel zeichnet sich gerade bei Instagram eine inhaltliche Veränderung ab. War die App ursprünglich noch für ihre Instant-Bilder mit schneller Filterwahl bekannt, nimmt diese Content-Art mehr und mehr ab. Mittlerweile funktionieren professionelle Fotos deutlich besser. Um in Sachen Engagement ganz vorne dabei zu sein, sind oft zwei bis drei Stunden Bildbearbeitung nötig. Ähnlich verhält es sich auf der Videoblogger-Plattform YouTube. Die Professionalisierung der Bloggerinhalte täuscht die verlorene Authentizität oft nur noch vor. Sprich, Agenturkonzepte und eine Studiokulisse im Wohnzimmerformat sind heute keine Seltenheit mehr.

Wer hätte es gedacht: Gerade Snapchat bietet hier ein erfrischendes Gegengewicht zum hochpolierten Bild- und Videocontent dieser Plattformen. In üppiger Trash-Anmutung sind Snaps für authentische Momentaufnahmen prädestiniert, die „quick ’n dirty“ in die eigene Tagesstory integriert werden, und das, obwohl oder gerade weil sie dort nicht auf Dauer präsent sind.

Was bleibt

In vielen Gesprächen mit bekannten und aufsteigenden Influencern kristallisierte sich letztendlich eine zentrale Erkenntnis heraus: die Szene wird zunehmend von außen professionalisiert. Sie wird von Marken umgarnt und zu plattem Werbecontent verführt. „Wir müssen irgendwas mit Influencern machen“ ist der neue Pflichteinwand in jedem Marketing-Meeting großer und kleiner Konzerne. Dabei wird der Marke mehr Schaden als Nutzen zugeführt. Von Werbung bestimmte Influencer-Beiträge haben auf Rezipienten einen meist gegenteiligen Effekt. Sie distanzieren sich sehr schnell vom Werbetreibenden und nach häufiger Frequenz sogar vom Influencer selbst.

Meine Prognose: Wer wirbt – der stirbt! Dieser blinde Aktionismus wird zwangsläufig zu einem Authentizitätsverlust einiger Influencer führen, die in Sachen werbliche Kommunikation keine nachhaltige Strategie verfolgen und sich von undurchdachten, kurzweiligen Lockangeboten ködern lassen. Durchsetzen werden sich hingegen nur jene Influencer, die kreative Möglichkeiten subtiler Markenkommunikation als Chance sehen und diese Herausforderung stets individuell annehmen.

Text: Michael Bräu, Head of Content & Inlfuencer Marketing

Digitaler-Burnout: Wie ich lernte, wieder Spaß zu haben

Dieser Artikel ist unter www.lead-digital.de erschienen.

Was ist nur aus der guten alten Werbewelt geworden? Wo sind all die Partys, schrägen Vögel und aufgeblasenen Filmdrehs hin? Man wird das Gefühl nicht los, dass sich alles nur noch um Conversion, Timings und Budgetdruck dreht. Wo zum Teufel ist der Spaß geblieben?

Hin und wieder blitzt noch so etwas wie Freude und kindliche Begeisterung in den Augen von Konzepter und Art Director auf. Doch die Halbwertzeit geht kaum mehr über die Pitchphase hinaus.

Spätestens nach dem Sieg, kehrt dann so etwas wie Katerstimmung ein. Der Kunde erscheint zum nüchternen Auftaktgipfel und bestellt zunächst ein „all-in-one“ zum Preis von einem „half-of-brief“. Die neue, sagen wir mal, Website, muss demnach alles enthalten, was sowohl in den gesammelten Köpfen des Marketing-Teams, als auch im Best-Case-Szenario der Agentur (gern auch als „Blick in die Zukunft“ präsentiert) enthalten ist.

Erste Kostendiskussionen nehmen bereits einen Großteil des Meetings ein und dämpfen weiter das Stimmungsbarometer. Dann beginnt der harte Anstieg mit den Überarbeitungen in Konzept und Design. Runde um Runde dreht sich das Rad des Unverständnis auf beiden Seiten. Endlose Mails, kollektives Kopfschütteln bei Telefonkonferenzen und die mentale Ablehnung, für Form und Inhalt nicht mehr gerade stehen zu wollen. Wer glaubt, danach wird es besser, der irrt. Denn nun folgt im digitalen Business die Königsdisziplin. Die Programmierung. Erst jetzt fällt auf, was denn überhaupt so geht. Und was auf immer eine Wunschvorstellung, zumindest zum abgestimmten Preis, bleiben wird. Auch wird dem Projektmanager bewusst, wie knifflig es ist, ein Team von hochkomplexen Menschen (Webentwickler) auf ein gemeinsames Event (Launch-Termin vom Kunden) einzuschwören. Die immer komplexer werdende Webwelt aus neuen Devices und Browser-Updates tut ihr übriges. Das Bugfixing am Ende kommt einem kumulierten Fliegenklatschen gleich.

Eins vorweg: Geschafft haben wir es noch immer, doch haben wir dabei Spaß gehabt? Der Kunde vielleicht? Hat es eine ordentliche Rendite erbracht? Hat der Kunde was eingespart und ist auf ewig dankbar? 4-mal „Nein“ ist eine deutliche Antwort.

Wie kann man also zukünftig Projekte effizient abwickeln, inhaltliche Anforderungen von Agentur, Kunde und Zielgruppe gleichermaßen berücksichtigen und dabei auch noch Spaß haben? Drei Sachen auf einmal! Das schafft eigentlich nur… lassen wir das.

Unsere Lösung war im Grunde genommen ganz einfach. Wir setzen uns gemeinsam mit dem Kunden an einen Tisch und planen und realisieren das gesamte Projekt an 5 Werktagen. Der da oben hat dafür deutlich länger gebraucht. Doch das funktioniert natürlich nicht an 5 Einzeltagen, das funktioniert nicht im eigenen Büro und mit Smartphone in Reichweite schon mal gar nicht. Raus aus dem Alltag, weit weg von externen wie privaten Faktoren. Ausgesetzt in der Wildnis von … Valencia. Natürlich passen hier viele Namen hin. Für uns war es die spanische Metropole, da sie neben der fantastischen Lage am Meer, gleich mehrere Businesslösungen für uns bereithielt.

Wir gründeten also eine Agentur als Schaltzentrale für sogenannte Innovation Sprints. Und so fackeln wir in kürzester Zeit mit verdichteter Intensität das ganze Programm aus Briefing, Grobkonzept, Design bis hin zum Klickdummy in einer Woche ab. Der 5. Tag ist dann sogar für ein Testing innerhalb der Zielgruppe reserviert. Unser Ziel ist es, von Anfang an mit dem richtigen digitalen Produkt online zu gehen. Der Kunde fährt anschließend nicht nur mit einem Lächeln, sondern auch mit einem fertigen Produkt nach Hause, was bereits nach 5 Tagen auf Herz, Nieren und Bugs getestet wurde. Und kam der Spaß auch nicht zu kurz?

Wer einmal in Valencia war, wird das sicherlich nicht bezweifeln. Denn in der Zeit, wo gestaltet und am Prototyp gebastelt wird, bleibt Gelegenheit für die ein oder andere Auszeit. Ist das jetzt wirklich neu? Nein, denn wir wissen selbst, dass wir effizienter arbeiten, wenn wir ohne äußere Einflüsse konzentriert am Stück produzieren. Und trotzdem setzen wir uns Tag für Tag dem Projekt-Burnout aus. Ich jetzt übrigens nicht mehr.

Text: André Gebel

Instagram: Die Macht der deutschen Hashtags

Deutsche Instagrammer stehen zum Start ihres Kanals vor einer großen Frage: Soll ich meine Fotos mit deutschen oder mit englischen Beschreibungen und Hashtags versehen? Die Antwort auf diese Frage ist weit komplexer, als ein einfaches „Englisch ist die Instagram-Sprache“. Wer ausschließlich User aus dem deutschsprachigen Raum ansprechen will, sollte auf jeden Fall auch auf Deutsch posten. Und vor allem deutsche Hashtags verwenden. Warum, zeigen wir euch mit einer kleinen Hashtag-Analyse:

Wir haben deutschsprachige Hashtags mit ihren englischen Verwandten verglichen. Genauer gesagt das Engagement der letzten 200 Posts, die mit einem deutschen Hashtag bzw. seinem englischen Gegenstück versehen wurden:

Beispiel 1: #wasser vs. #water

blwasser

Posts, die das Hashtag #wasser enthielten, erhielten im Durchschnitt 30 Likes. Posts mit dem Hashtag #water dagegen kamen im Schnitt lediglich auf zehn Likes. Das deutsche Hashtag erhielt in diesem Fall also das dreifache Engagement im Vergleich zur englischen Version.

Beispiel 2: #schnee vs. #snow

blschnee

Ganz ähnlich verhält es sich mit #schnee: 20 Likes im Vergleich zu sechs Likes für #snow – auch hier erhielt das deutsche Hashtag das dreifache Engagement.

Beispiel 3: #sommer vs. #summer

blsummer

Der #sommer steht vor der Tür. Oder doch besser #summer? #sommer: 272 Likes – #summer: 6 Likes. Ein einzelner Buchstabe macht den Unterschied!

Beispiel 4: #bier vs. #beer

blbier

Deutsche Braukunst erfreut sich in aller Welt großer Beliebtheit. Posts mit dem Hashtag #bier kommen im Schnitt auf 27 Likes, Posts mit #beer nur auf sieben. Prost!

Beispiel 5: #haar vs. #hair und #schminke vs. #makeup

blhair

Gerade für Unternehmen aus dem Beauty-Bereich ist Instagram ein wichtiges Marketing-Tool: Immerhin sind sieben der zehn größten deutschen Unternehmens-Profile auf Instagram dem Beauty-Bereich zuzuordnen.  Diese sind mit dem Einsatz deutscher Hashtags bestens bedient: #haar erhält pro Post 82 Likes, #hair nur drei. #schminke schafft 73 Likes, #makeup nur vier.

Wie ihr seht, kann sich der Einsatz deutschsprachiger Hashtags erheblich auf das Engagement eurer Posts auswirken. Und zwar positiv.

GANZE INFOGRAFIK DOWNLOADEN

Und warum ist das so?

Man könnte den kompletten Langenscheidt ins Analyse-Tool hacken – die deutschen Hashtags haben fast immer die Nase vorn. Auch nach langer Suche konnten wir – abgesehen von ein paar Hashtags, die unter die Gürtellinie gehen und nicht in diesen Beitrag gehören – kein englisches Hashtag finden, das besser performt, als sein deutschsprachiges Gegenstück. Die Gründe hierfür liegen im Verborgenen.

Unsere Vermutung: Das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage ist möglicherweise ein Grund für die bessere Performance deutscher Hashtags. Natürlich ist die Nachfrage bzw. das Suchaufkommen nach englischen Hashtags sehr hoch. Jedoch gibt es auch sehr viele Nutzer, die englische Hashtags verwenden. Bei deutschsprachigen Hashtags sieht es dagegen anders aus. Es gibt viele deutschsprachige Instagram-User, die sich eher passiv verhalten. Sie suchen viel und sehen sich viel an, posten aber selbst wenig. Wenn sie etwas suchen, dann suchen sie auf Deutsch. Das Angebot an potenziellen Suchergebnissen – also Posts mit deutschsprachigen Hashtags – ist dagegen relativ gering. Denn Englisch ist ja bekanntermaßen die Instagram-Sprache, die praktisch alle, egal woher sie kommen, verwenden. So besteht eine im Verhältnis zum Angebot sehr hoche Nachfrage nach deutschsprachigen Posts, von der deutschsprachige Instagrammer profitieren können.

Text: Felix Krüger
Infografik: Patricia Konrad

UX: So wird Ihr Auftritt ein Erfolg

Dieser Artikel erschien im LEAD Magazin für Digital Business, Ausgabe 02/2016 vom 17.02.2016

User-Experience ist der entscheidende Faktor für den Markterfolg eines digitalen Projektes. Was nützt das schönste Design, wenn Navigation oder Service-Features am User vorbei gestaltet werden? Gastautor Christoph Rager zeigt anhand von Beispielen, wie Sie zum ganzheitlichen Nutzererlebnis starten. 

>> ZUM KOSTENLOSEN UX CHECK <<

Projektteams müssen künftig um den alles entscheidenden Teilnehmer erweitert werden. Dieser hat zwar nicht das Budget und auch nicht die Kenntnisse in Umsetzung und Benchmarking, aber er soll am Ende die Website optimal nutzen und das Produkt kaufen. Gemeint ist der User. Sein Verhalten, seine Empfindung und sein Geschmack machen den Launch schon vor dem Livegang bewertbar. Folgende vier Schritte sind für einen erfolgreichen UX-Prozess zu beachten:

1. BEDARFS-CHECK: WELCHE INHALTE UND FUNKTIONEN MACHEN DEN USER GLÜCKLICH?

Am Anfang steht immer die Zielsetzung des Kunden. Was soll durch die Kampagne oder den Relaunch erreicht werden? Das Briefing sollte zudem alle Erfahrungswerte der Vergangenheit enthalten. Was hat gut, was eher schlecht funktioniert? Durch Analytics, Umfragen und weitere UX-Testing-Methoden können die Inhalte und Features bewertet und nach Priorität sortiert werden. Was ist dem User wichtig? Was wünscht er sich wirklich? So erhält man relativ schnell eine Übersicht von Must-haves, Nice-to-haves sowie Not-to-haves und kann die Umsetzung der Features in die zukünftigen Projektphasen aufteilen und dem Budget gegenüberstellen. Man arbeitet danach quasi eine bewertete Prioritätenliste ab.

DER CASE: Für eine E-Learning-Plattform eines unserer Kunden sollte das Thema Gamification beim Lernen stärker in den Mittelpunkt rücken. Durch ein Card-Sorting (dabei sortieren Probanden Features nach ihrer subjektiven Wichtigkeit aus) kam jedoch schnell heraus, dass dieser Ansatz komplett an den Wünschen der Zielgruppe vorbeiging. Diese wollte vielmehr eine seriöse und sachliche Plattform, die sich mehr auf korrekte Lerninhalte, überall verfügbare Trainings und Individualisierungsmöglichkeiten fokussiert.

2. PERFORMANCE-CHECK: WIE FUNKTIONIEREN DIE FEATURES IM DETAIL, DAMIT DER USER SIE GERNE NUTZT?

Jetzt geht es ans Feinkonzept. Die zuvor evaluierten Features und Inhalte werden konzipiert und mit Tree-Tests, A/B-Tests, Usability-Tests oder First-Klick-Tests direkt am User getestet und bis zur „Marktreife“ optimiert. Dabei muss nicht immer ein perfekter Prototyp gebaut werden. Meist reichen Wireframes oder bestehende Online-Marktforschungs-Tools vollkommen aus, um valide Ergebnisse zu erzielen. Das spart Zeit und Kosten. Aus den Resultaten können nun Funktionen und Inhaltstypen im Detail perfektioniert werden.

DER CASE: Für die Zielgruppe eines Mobilfunkanbieters war die Produktsuche ein essentielles Feature für die neue Website (Ergebnisse eines Card-Sortings). Das war für uns die Grundlage, dem User eine extra komfortable und übersichtliche Produktsuche anzubieten. Im Usability-Test der Wireframes stellte sich jedoch heraus, dass sich die technikaffine Zielgruppe von der Einfachheit total unterfordert fühlte. Mit diesem Feedback konnten gezielt nur die zuvor vereinfachten Features der Suche wieder erweitert werden. Das ganze restliche System profitierte von der Entschlackung mit deutlich mehr Übersicht, was im Ergebnis die Conversion erhöhte.

3. BRANDING: DIE OPTIK MACHT’S

Nur wenn den User die Optik überzeugt, kann eine Website ihr volles Erfolgspotenzial ausschöpfen. Deshalb muss Design primär emotional gewinnen, visuell Ordnung schaffen und die Bedienbarkeit unterstreichen. Die Marke ist dabei nicht nur Logo- und Farbengeber, sondern wird durch das Design ganzheitlich erlebbar gemacht. Mit Design-Tests kann man die optimale Anmutung und Markenwahrnehmung ermitteln und mit einem Prototyp die Usability sowie die Wirkung von Animationen und Übergängen überprüfen.

DER CASE: Für einen Hersteller von Büroartikeln zeigte sich im Design-Test, dass die Sorge des Kunden, die Marke würde aufgrund eines zu dezent eingesetzten Brandings untergehen, unberechtigt war. Ganz im Gegenteil: So erzielte die Variante mit reduzierter GI eine deutlich höhere Awareness auf der ganzen Seite. Es stellte sich heraus, dass die Zielgruppe Understatement sehr zu schätzen wusste und dadurch die Marke sympathischer wahrnahm.

4. FINALISIERUNG: SAUBERE UMSETZUNG UND REGELMÄSSIGE WARTUNG SIND UNVERZICHTBAR

Steht das Konzept ganzheitlich und sind alle Inhalte genau analysiert, kann die Umsetzung und Content-Erstellung beginnen. Alle Beteiligten (IT, Media, Content-Management), die das Projekt in die Realität bringen müssen, sollten stets zuvor in den kompletten Prozess involviert gewesen sein. Zudem gilt es, auch nach dem Launch kontinuerlich zu optimieren und auf das Userverhalten immer schnell zu reagieren.

FAZIT: UX MUSS KONSEQUENT UMGESETZT WERDEN

Durch das Umsetzen eines konsequenten UX-Prozesses kann der Erfolg eines digitalen Projektes gut vorhergesagt und fast schon garantiert werden. Was am Anfang aufwendig und teuer klingt, entpuppt sich in der Realität als effizient und kostenreduzierend für Agentur und Kunde. Persönlicher Geschmack, lange Abstimmungsschleifen und der „Blindflug“ beim Live-Gang gehören so endgültig der Vergangenheit an.

ÜBER CHRISTOPH RAGER:

Als Creative Director und Head of User Experience (UX) verantwortet Christoph Rager den Bereich Kreation/Design der coma AG. Zum Kundenkreis der Münchner Digitalagentur gehören Vodafone, Rossmann, Hasseröder und Saturn.

Online-Texte: Problemfälle der Rechtschreibung

Wenn alle bei Rot über die Ampel gehen, dann ist das so, wird aber dadurch nicht richtiger. In der deutschen Sprache lässt sich ein ähnliches Phänomen beobachten – speziell wenn man sich in der digitalen Welt umsieht. Die Halbwertszeit der veröffentlichten Texte ist so kurz und der Zeitdruck, etwas online zu bringen, so hoch, dass die Sorgfalt oft auf der Strecke bleibt.

Und wie sonst kaum noch irgendwo werden im Online-Bereich Inhalte gerne kopiert – entweder sinngemäß oder direkt eins zu eins. Fehler werden dabei einfach übernommen. Doch Fehler bleibt Fehler, auch die ständige Wiederholung macht die Sache nicht besser.

Im Zweifelsfall hilft ein Blick in den (Online-)Duden. Einige häufig auftretende Problemfälle der deutschen Rechtschreibung und Grammatik stellen wir im Folgenden vor.

1. Mit oder ohne Leerzeichen?

Online-Texte müssen kurz und knapp sein. Mit zunehmender Nutzung von Smartphone und Tablet für die Online-Kommunikation ist diese Forderung noch drängender geworden. Um hier weiteren Boden gut zu machen, ohne bei den Inhalten streichen zu müssen, wird gerne mit Abkürzungen gearbeitet. Statt „zum Beispiel zwei Kilometer“ liest man dann „z. B. 2 km“ oder „z.B. 2km“. Und unweigerlich taucht die Frage auf, ob da Leerzeichen rein müssen oder nicht.
Generell gilt: Besteht der ausgeschriebene Ausdruck aus mehreren, durch Leerzeichen getrennten Wörtern, dann sind auch bei den Abkürzungen Leerzeichen erforderlich.

Falsch:
z.B., u.a., u.v.m., o.Ä., N.T., 5kg, 10%, 50€

Richtig:
z. B., u. a., u. v. m., o. Ä., N. T., 5 kg, 10 %, 50 €
Doch gilt auch hier, keine Regel ohne Ausnahmen: 2″ (Zoll), 15° C (oder fachsprachlich 15 °C)

2. Zeilenumbruch erlaubt?

Anders als bei gedruckten Werken erfolgt bei Online-Texten der Zeilenumbruch in der Regel automatisch und variiert je nach Bildschirmauflösung und Browser. Ein automatischer Umbruch ist an und für sich kein Problem. Doch gibt es Fälle, in denen er nicht nur unschön aussieht, sondern auch nicht korrekt ist.
Bei Wörtern mit Bindestrich darf der Umbruch nie so erfolgen, dass der Bindestrich am Anfang der nächsten Zeile steht. Ggf. muss das Wort komplett in die nächste Zeile.

Falsch:
„… zuständigen Ausländer
-Beauftragten …“

Richtig:
„… zuständigen Ausländer-
Beauftragten …“

Oder:
„… zuständigen
Ausländer-Beauftragten …“

Innerhalb von Abkürzungen ist ein Zeilenumbruch nicht erlaubt, d. h. die komplette Abkürzung muss in die nächste Zeile rutschen.

Falsch:
„… Nebenwirkungen waren z.
B. Haarausfall und …“

Richtig:
„… Nebenwirkungen waren
z. B. Haarausfall und …“

Das gilt auch für Marken- oder Produktnamen, die Zahlen oder Buchstabenkürzel enthalten:

Falsch:
„… das neue iPhone
6s war im Test …“

Richtig:
„… das neue
iPhone 6s war im Test …“

Um einen ungewollten automatischen Zeilenumbruch zu verhindern, steht in HTML das geschützte Leerzeichen (non breaking space „&nbsp“) zur Verfügung.

3. Mit oder ohne Bindestrich?

Durch das Weglassen oder Hinzufügen eines Bindestrichs kann sich die Bedeutung eines Ausdrucks grundlegend ändern.

100 Euro-Scheine: 100 Geldscheine der Währung Euro. Ob es sich dabei um Scheine im Wert von 5, 10, 20, 50, 100 etc. Euro handelt, bleibt offen.

100-Euro-Scheine: Mehrere Geldscheine im Wert von je 100 Euro. Wie viele Scheine es sind, bleibt hier offen.

Werden englische Ausdrücke, die in der Regel keine Bindestriche enthalten, mit deutschen Wörtern kombiniert, dann wird nicht einfach nur das deutsche Wort mit einem Bindestrich an den englischen Begriff angehängt, sondern der komplette Ausdruck wird durchgekoppelt:

Social Media + Berater = ?
Falsch: Social Media-Berater
Richtig: Social-Media-Berater

Als alternative Schreibweise wäre auch möglich: „Social Media“-Berater

4. Vorsicht Verwechslungsgefahr!

Manche Zeichen sehen sich sehr ähnlich, haben aber ganz unterschiedliche Bedeutungen und sollten auch entsprechend eingesetzt werden. Klassische Beispiele sind Bindestrich und Gedankenstrich. Meist wird der Bindestrich fälschlicherweise auch dort eingesetzt, wo ein Gedankenstrich gefordert wäre. Der Bindestrich ist kurz, mit ihm werden einzelne Wörter zu einem Ausdruck kombiniert, z. B. „Luxus-Appartement“. Der etwas längere Gedankenstrich wird für Satzeinschübe verwendet: „Der Bus kam mit 30 Minuten Verspätung – ein Unfall hatte sich ereignet – und holte die Kinder von der Schule ab.“

Der Buchstabe x wird vielfach auch als Malzeichen missbraucht. Dabei gibt es ein eigenes Sonderzeichen dafür: × (Alt + 0215).

Und dann gibt es noch diverse Sonderzeichen wie ² (Alt + 0178), ™ (Alt Gr + T), die normalen, durch Formatierung hochgestellten Buchstaben (2, TM) zum Verwechseln ähnlich sehen. Der Unterschied tritt zu Tage, sobald man die Texte in einen Editor kopiert und die Formatierung verloren geht.

Text: Thomas Kiemer

SM Quickcheck: Die schnelle Content-Analyse

Der erste Schritt zur Optimierung des eigenen Social Media Contents sollte immer die Analyse der bestehenden Beiträge sein. Zwar haben Bauch-Entscheidungen auch ihre Berechtigung, am Ende des Tages zählt aber nur eines: Zahlen. Ein einfacher aber schneller Weg, die eigene Social Media Performance zu verbessern, ist es, die eigenen Posts in wenige Kategorien zu unterteilen und wichtige KPIs der Post-Kategorien zu vergleichen. Drei Beispiele:

1. Saturn – mit oder ohne Preisschild

Beim Elektrofachmarkt Saturn lassen sich die Facebook-Posts in zwei Kategorien einteilen: Posts mit Preisschild und Posts ohne Preisschild. Man könnte vermuten, dass die Facebook-Fanbase der Marke vor allem aus Schnäppchenjägern besteht, die über den Facebook-Kanal über neue Angebote informieren möchte und wenig Interesse an Service-Themen wie Kaufberatung und Tutorials zu den angebotenen Produkten zeigt.

saturn

Eine schnelle Analyse der Likes, die die Posts erzielen, führt jedoch zu einem anderen Ergebnis: Posts zu aktuellen Sonderangeboten erzielen nur etwa ein Fünftel der Likes der Posts zu anderen Themen. Wie es scheint, ist Geiz nicht mehr so geil, wie er mal war. Saturn scheint es aber zu schaffen, seine Fans anderweitig mit relevantem Content zu versorgen.

2. Aldi Süd – Food oder Non Food

Günstige Lebensmittel – so machte der Ur-Discounter Aldi in seinen frühen Jahren von sich reden. Erst später wurden Non-Food Sonderposten wie bezahlbare Multimedia-PCs, Elektrogeräte in Klavierlack-Optik und begehrte Thermomix-Imitate ins Sortiment aufgenommen. Aber nicht nur beim Sortiment, sondern auch in Sachen Social Media geht der Discounter mit der Zeit: Aldi Süd ist jetzt bei Instagram! Wie das Sortiment des Discounters lassen sich auch die Instagram-Posts in zwei Kategorien einteilen: Food und Non Food.

aldi

Gleichstand: Der Themen-Mix bei Aldi Süd scheint stimmig zu sein. Zwar sind Food-Posts in der Analyse minimal erfolgreicher, als Non Food Posts, wirklich nennenswert ist der Unterschied aber nicht.

3. Mark Zuckerberg – Dienstliches oder Privates

Es gibt wohl kaum einen Facebook-User mit größerer Reichweite: Mark Zuckerbergs Profil zählt fast 50.000.000 Abonnenten. Wirft man einen Blick auf die Posts des Multi-Milliardärs, erkennt man schnell zwei Kategorien: Dienstliches und Privates.

zuckerberg

Die Analyse zeigt: Zuckerbergs Abonnenten interessieren sich vor allem für das Privatleben des Social-Network-Pioniers. News um sein Unternehmen Facebook sind ihnen relativ egal und erhalten im Vergleich zu den Privat-Posts nur ein Viertel der Likes.

Text: Felix Krüger